Forschungsstelle Kinder- und Jugendliteratur

Ausstellungen der Forschungsstelle

  • 2011 SchWellengänge. Unheimliche Begegnungen in der fantastischen Kinder- und Jugendliteratur

  • 2010 Comics made in Germany

  • 2009 Wendezeiten. Mauerfall und Deutsche Einheit in der Kinder- und Jugendliteratur

  • 2008 Achtung Schule! Bilder von Bildungseinrichtungen in der neueren Kinder- und Jugendliteratur

  • 2007 Verborgene Kindheiten. Emotionale und soziale Probleme in der Kinderliteratur 



Rückschau: Ausstellung zur Kibum November 2011:

 

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SchWellengänge.
Unheimliche Begegnungen in der fantastischen
Kinder- und Jugendliteratur

Ausstellung 6. - 15. 11. 2011, Artothek Oldenburg, Peterstr. 1

Sonntag, 6. 11. 2011, 11.15 Uhr
Eröffnung der Ausstellung
Einführung: Prof. Dr. Hans-Heino Evers, Goethe Universität Frankfurt
Heißgeliebt und scharf verurteil. Fantasy im Streit der Meinungen


Dienstag, 8. 11. 2011, 19.00 Uhr
Dr. Werner C. Barg: Wo die Wilden Kerle wohnen- Funktionen des Düsteren in 
phantastischen Kinder- und Jugendfilmen


Sonntag, 13. 11. 2011, 16.00 Uhr
Papiertheater live & unplugged
Aufführungen der Stücke zu den sechs ausgestellten Papiertheaterbühnen von
Kunst-Studierenden der Universität Oldenburg

 

http://www.kibum-oldenburg.de/ 


SchWellengänge: Begleitausstellung der KIBUM 2011

Mit einer künstlerisch-literaturwissenschaftlichen Ausstellung begleitet die Forschungsstelle Kinder- und Jugendliteratur (OlFoKi) der Universität Oldenburg die diesjährige „fantastische KIBUM“. „SchWellengänge“ haben Studierende und Lehrende der Fächer Germanistik sowie Kunst und Medien ihre Ausstellung genannt, die am Sonntag, 6. November, 11.15 Uhr, in den Räumen der Artothek, Peterstraße 1, eröffnet wird. Den Eröffnungsvortrag „Heißgeliebt und scharf verurteilt. Fantasy im Streit der Meinungen“ hält der Frankfurter Literaturwissenschaftler Prof. Dr. Hans Heino Ewers. Die Ausstellung ist vom 7. bis 15. November, jeweils 9.00 bis 18.00 Uhr, zu  sehen. Der Eintritt zur Ausstellung sowie zu den Vorführungen und Vorträgen ist frei.

Im Mittelpunkt der Ausstellung „SchWellengänge“ stehen die spannungsvollen und eher dunklen Seiten der Fantastik. Die Begegnung mit den populären Mythen, tradierten Motiven, Figuren und Bildern des Genres und seiner Medienadaptionen zielt auf die Lust – manchmal auch die Angstlust – an der Begegnung mit Anderswelten, ihren phantastischen Erscheinungen und zwielichtigen Gestalten. Die oft bild- wie sprachgewaltigen literarischen Inszenierungen werden auf unterschiedlichen Ebenen erfahrbar. Die Ausstellung „SchWellengänge“ gliedert sich in:

„BildschWellen“: Mit bildkünstlerischen Mitteln und Stopmotion-Filmverfahren gestalten Studierende unter Anleitung des Dozenten Thomas Robbers ihre eigene Auseinandersetzung mit der Ästhetik der Fantastik, mit den Motiven, Figuren und Handlungsschemata literarischer Vorlagen.

„BühnenschWellen“: Die besondere Magie von Papiertheaterbühnen verbindet sich in den studentischen Inszenierungen mit den fantastischen Stoffen unter Anleitung der Dozentin Sabine Wallach. Die Bühnen zu insgesamt sechs dramatischen Bearbeitungen bekannter kinderliterarischer Vorlagen sind im Ausstellungsraum aufgebaut. Am Sonntag, 13. November, 16.00 bis 18.00 Uhr, werden die Stücke aufgeführt.

„HörschWellen“: Die Konzentration des gesprochenen Wortes hat einen eigenen Zauber. Studierende haben in Zusammenarbeit mit dem Dozenten Uwe Schwagmeier Textpassagen eingesprochen, in denen die oft unheimliche Begegnung mit dem Fantastischen inszeniert wird.

„FilmschWellen“: Der plötzliche Einbruch des Fantastischen, sei es als Vampir, Werwolf, Zombie, Mumie oder als Produkt wissenschaftlichen Wahns, leitet die Auswahl der Filmausschnitte. Sie machen deutlich, wie die bekannten Motive des fantastischen Films bis heute – auch in kinder- und jugendliterarischen Verfilmungen – tradiert und modifiziert werden. Die Filmcollage gestalteten Studierende und Uwe Schwagmeier.

„BuchschWellen“: Die Ikonen der fantastischen Literatur, die Bücher, sind in Vitrinen zu sehen, ein großer Teil steht aber auch zur eigenen Lektüre zur Verfügung. Literaturhistorische Meilensteine wie E.T.A. Hoffmanns „Nussknacker und Mäusekönig“ und Theodor Storms „Der kleine Häwelmann“ werden sowohl als Reprint der Originalausgaben als auch in unterschiedlichen aktuellen Bilderbuchbearbeitungen präsentiert. Ein weiterer Schwerpunkt widmet sich literarischen Figuren wie Zombie, Werwolf oder Vampir in Büchern, aber auch in Form von populären Alltagsgegenständen. Sie machen deutlich, wie sehr die Figurenwelt der Fantastik in unsere Lebenswelt eingedrungen und insbesondere Bestandteil der Kinder- und Jugendkultur geworden ist.

„RedeschWellen“: Der Drehbuchautor und Dramaturg für Kino- und Fernsehfilme Dr. Werner C. Barg setzt sich am Dienstag, 8. November, 19.00 Uhr, in seinem Vortrag „Wo die wilden Kerle wohnen – Funktion des Düsteren in phantastischen Kinder- und Jugendfilmen“ mit den verschiedenen Funktion des Düsteren in fantastischen Filmen für Kinder und Jugendliche auseinander. Ein Vortrag für interessierte Erwachsene.

In enger Zusammenarbeit zwischen der Stadtbibliothek und der Oldenburger Forschungsstelle Kinder- und Jugendliteratur ist zudem die Lesereihe „Magie! Fantasy-Literatur“ entstanden. Namhafte Autoren der Fantasy lesen aus ihren aktuellen Werken – speziell für Jugendliche.

Kontakt: Dr. Mareile Oetken, Forschungsstelle Kinder- und Jugendliteratur (OlFoKi), Universität Oldenburg, Tel.: 0441/798-4565, mareile.oetken@uni-oldenburg.de

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Fotogalerie

 


 

Rückschau: Kibum-Begleitausstellung November 2010

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Comics made in Germany
60 Jahre Comics aus Deutschland

7. 11. – 16. 11. 2010, Artothek Oldenburg

Bild Eine Ausstellung in der Deutschen Nationalbibliothek Frankfurt am Mai und des Instituts für Jugendbuchforschung der Goethe-Universität Frankfurt a.M. Ausgestellt im Rahmen der Oldenburger KIBUM 2010 in der Artothek, Peterstr. 1

Für die Gestaltung im Rahmen der KIBUM haben Studierende der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg in Zusammenarbeit mit dem Berliner Comic-Künstler MAWIL eigene Comics gezeichnet, die eine Vielfalt an erzählerischen, thematischen und künstlerischen Konzepten aus studentischer Sicht aufzeigen.

 Deutschland, so heißt es, sei ein Comic-Importland. Tatsächlich handelt es sich bei den allermeisten der seit Ende des 2. Weltkriegs in deutscher Sprache verbreiteten Hefte, Broschüren und Bücher dieser Gattung um Lizenzproduktionen amerikanischer, westeuropäischer und in jüngster Zeit auch japanischer und koreanischer Verlage. Dass auch deutsche Autoren und Zeichner im Lauf der vergangenen sechs Jahrzehnte eine Vielzahl interessanter, teilweise weit verbreiteter Werke vorgestellt haben, tritt dabei allzu oft in den Hintergrund. Bei näherem Hinsehen eröffnet sich ein Blick auf eine bemerkenswerte Produktion; sie reicht von den Pionieren der Bildgeschichte Ende der 40er Jahre bis hin zu den jungen deutschen Mangaka in der Gegenwart, die Geschichten in der Manier des japanischen Comic schreiben und zeichnen.

„Bilder voller Abenteuer“ versprach Ende des Jahres 1947 der Düsseldorfer Verlag Hartmann und Co. beim Start einer neuen Heftreihe: Mit der heute so gut wie vergessenen realistischen Detektivgeschichte Bumm macht das Rennen von Klaus Pielert kam das erste Comic-Heft aus deutscher Produktion an die Kioske. Die Ausstellung in der Deutschen Nationalbibliothek nimmt dieses Debüt zum Anlass für einen Rückblick auf Stoffe und Stile, Helden und Serien, Erfolge und Kuriositäten aus 60 Jahren Comics ‚Made in Germany’. Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen Bücher, Taschenbücher; Alben und Hefte unterschiedlicher Formate aus den Sammlungen der Deutschen Nationalbibliothek und des Instituts für Jugendbuchforschung der Goethe-Universität Frankfurt am Main. Nicht wenige der älteren Publikationen unter diesen werden heute am Sammlermarkt zu hohen Preisen gehandelt.

Bild„Comics - das können wir besser!“ titelte die Kölnische Rundschau im Juni 1953 und wahrhaftig suchten deutsche Zeichner schon in den frühen 50er Jahren der Konkurrenz durch die Helden aus Italien, Frankreich und den USA die Stirn zu bieten. In allen klassischen Abenteuergenres von Robinsonade und Dschungelerzählung bis Western und Science fiction waren auch Serien aus deutscher Produktion vertreten. Manche darunter, wie Sigurd, der ritterliche Held oder Tibor, Sohn des Dschungels und Nick, der Weltraumfahrer erreichten Auflagen, die in die hunderttausende gingen. Sie sind den Fans noch heute ein Begriff und werden in Sammlereditionen nachgedruckt. Der Aufbruch des deutschen Comic erfasste im gleichen Maße auch die humoristische Spielart der Gattung. Vor allem mit Rolf Kaukas Eulenspiegel und Fix und Foxi entstanden den Helden der Disney Comics langjährige, ernsthafte Rivalen in der Publikumsgunst. Und auch im anderen deutschen Staat DDR begann 1955 mit dem Monatsmagazin Mosaik eine eigene Comic-Tradition.

Die Ausstellung verfolgt die Entwicklung der Comics in Deutschland über verschiedene Phasen, Phänomene und Strömungen hinweg bis in die Gegenwart. Vorgestellt werden sowohl die prägenden Autoren und erfolgreichen Reihen als auch manche der weniger erfolgreichen und vielfach wieder in Vergessenheit geratenen Werke und Serien. Dabei fällt der Blick auch auf die Comics der APO-Generation von 1968, wie Alfred von Meysenbugs Super-Mädchen und andere ebenso wie auf den Niederschlag der Jugend- und Alternativkultur, vertreten etwa durch das Werk Gerhard Seyfrieds oder Brösels Motorradfreak Werner. Und dass Comics von Frankfurter Autoren und Zeichnern, angefangen von Cefischers legendärem Oskar, der Familienvater (seit 1950) bis hin zu den Satirikern der ‚Neuen Frankfurter Schule’, angeführt von Robert Gernhardt, Hans Traxler und F.K. Waechter, einen bedeutenden Beitrag zur Entwicklung der Gattung geliefert haben, wird in einer eigenen Abteilung der Schau präsentiert.

Bild Meilensteine stellen auch die Entdeckung des Comic-Romans (am. ‚graphic novel’) durch deutsche Autoren wie Matthias Schultheiss während der 80er Jahre dar und die Impulse, die das Bilderbuch für Kinder etwa durch Wilhelm Schlote, Janosch, F.K. Waechter, Loriot u.v.a erhielt. Trat mit der Pop-Art der 60er Jahre erstmals die zeitgenössische Kunst im Comic in Erscheinung, so setzt sich dieser Trend mit Arbeiten einer Reihe von Avantgarde-Künstlern wie Hendrik Dorgathens Spacedog (1993), Martin tom Diecks 100 Ansichten der Speicherstadt (1997) und Anke Feuchtenbergers Hure H.- Büchern (seit 1996) bis in die Gegenwart fort. Die Satire und der sarkastische Witz wiederum sind u.a. vertreten mit den populären Werken von Ralf König (Der bewegte Mann, 1987 u.a.), Walter Moers (Kleines Arschloch, 1990; Adolf 1998, u.a.) und Joscha Sauers Nichtlustig . Mit mit Haiopeis, Ottifanten, Ingo Pien u.a. liegt eine bislang nicht vorhandene Fülle neuerer Funny Animal Comics aus der Feder deutscher Autoren vor.

BildOhne eine strenge Chronologie einhalten zu wollen folgt die Aus- stellung einzelnen Etappen der Entwicklung des Comic, lässt Seitenblicke zu und fokussiert inhaltliche, buch- und mediengeschichtliche, stilistische und andere brisante Schwerpunkte. Das Thema ‚Geschichte im Comic’, spätestens seit Art Spiegelmans Maus international ins Blickfeld gerückt, hat auch in zahlreichen Werke deutscher Autoren Eingang gefunden. Im aktuellem Pressestrips, wie Volker Reiches Strizz wie auch in Karikatur, Parodie und biographischer Erzählung versammeln sich Bilder und Selbstbilder von Zeitgenossen während die Graphic Novel sich nun geradezu selbstverständlich an literarische Vorlagen heranwagt: Tabu sind weder die Klassiker Schiller und Goethe noch Werke moderner Autoren wie Uwe Timms Erfindung der Currywurst - als Comic realisiert von Isabel Kreitz 1996 - oder Wolfgang Hohlbeins Chronik der Unsterblichen, 2004 gezeichnet von Thomas von Kummant . Entsprechend den gegenwärtigen literarischen Trends stehen Fantasy, Mystery und Science Fiction hoch im Kurs, wobei die Comic-Autoren die besonderen Möglichkeiten der visuellen Ausgestaltung phantastischer Szenarien auf opulente Weise nutzen.

BildDas Begleitbuch zur Ausstellung enthält einen ausführlichen einführenden Beitrag zur Geschichte des Comic in Deutschland seit 1945 sowie 50 Kurzbiographien von Szenaristen und Zeichnern.

 Die Ausstellung wird ergänzt von Arbeiten von Kunst-Studierenden der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, die in einem Comic-Workshop mit dem Berliner Comic-Künstler Mawil gezeichnet wurden.

 Kurztext und Daten

Vom 07.11.-16.11. wird die Ausstellung "Comics made in Germany.60 Jahre Comics aus Deutschland" in den Räumen der Artorthek, Peterstr. 1 zu sehen sein, Vernissage ist am 07.11.2010 um 11.15 Uhr.

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Ausgerichtet wird die Ausstellung von der Deutschen National-bibliothek gemeinsam mit dem Institut für Jugend-buchforschung der Johann Goethe-Universität Frankfurt am Main.

Kurator: Dr. Bernd Dolle-Weinkauff (Institut für Jugendbuchforschung der Goethe-Universität Frankfurt a.Am.).

Die Ausstellung zeigt Hefte, Taschenbücher und Alben aus der Feder deutscher Autoren und Zeichner von der Nachkriegszeit bis in die Gegenwart. Die Ausstellung wird ergänzt von Arbeiten von Kunst-Studierenden der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, gezeichnet in einem Comic-Workshop mit dem Comic-Künstler Mawil SoSe 2010.


 

Rückschau: Kibum-Begleitausstellung November 2009

 

Wendezeiten. Ausstellung zur KIBUM 2009 8. 11. -17. 11. 2009, Wilhelmstr. 13, 26121 Oldenburg

  Installtionen von Studierenden und Lehrenden der Universität Oldenburg, Kunst und Medien

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Ungleiche Hälften. Orlowski. Gerdes.                  Hymnenduett. Kaßner.

 

 

                                       Küche mit Kakerlaken. Zipser. Orlowski.Gerdes

                                                       Fotos: Natascha Kaßner

   

 

         

 

Aus Anlass des 20. Jahrestages des Mauerfalls hat sich die wissenschaftlich-künstlerische Ausstellung zur Oldenburger Kinder- und Jugendbuchmesse (KIBUM) 2009 mit dem Themenschwerpunkt Wende und deutsche Einheit in der Kinder- und Jugendliteratur beschäftigt. Die Ausstellung hat mit eigenen Repräsentationen die vielfältigen literarischen und medialen Darstellungen aus Kinder- und Jugendliteratur, Adoleszenzromanen und Literaturverfilmungen zu Wende- und Nachwendeerfahrungen der jungen (p)ost/westdeutschen Generation künstlerisch reflektiert, für die das Leben im geteilten Deutschland einen relativ kurzen Teil der Biographie ausmacht oder bereits Geschichte ist.
Welche Bilder in der Kinder- und Jugendliteratur gezeichnet, welche Geschichten erzählt werden, wie Geschichte vermittelt wird – diese Fragen hat die Ausstellung beleuchten, wobei die künstlerischen Umsetzungen jeweils einzelne Aspekte dieser Kontexte aufgriffen und diese in unterschiedlichen künstlerischen Medien präsentierten.Die Ausstellung war ein interdisziplinäres Projekt, dessen literaturwissenschaftliche Perspektive von Prof. Dr. Ute Dettmar und Dr. Mareile Oetken zusammen mit Studierenden der Germanistik entwickelt wurde; Studierende des Faches Kunst und Medien zeichnten unter Leitung der Dozentin Natascha Kaßner für die Konzeption und Umsetzung der Ausstellung verantwortlich. In einem weiteren Kunstseminar, betreut von Dr. Mareile Oetken, wurden Ateliergespräche entwickelt, die als Videos in die Ausstellung eingeflossen sind. Wir danken Moritz Taske für das Ausstellungsplakat, das als Sieger aus einem studentischen Wettbewerb hervorgegangen ist, der von dem Dozenten Thomas Robbers betreut wurde.

Kontakt: mareile.oetken@uni-oldenburg.de

 

Rückschau: Kibum-Begleitausstellung November 2008


Achtung Schule!
Bilder von Bildungseinrichtungen in der neueren
Kinder- und Jugendliteratur

Körperliche und seelische Gewalt an Schulen, Leistungsansprüche und Versagensängst, Anpassungsdruck, Rollenkonflikte, Ablösungs- und Entwicklungskrisen, Kämpfe um Autorität und Anerkennung, Gruppenbildung und Identitäskonstruktienen - diese aktuellen Themen sind seit über 100 Jahren literarisch etabliert, der Blick auf dieses besondere soziale System hat sich im Laufe der Zeit allerdings verändert. Mit dem Wechsel der kinder- und jugendliterarischen Standpunkte verändern sich die Sichtweisen und Darstellungsperspektiven, in Auseinandersetzung mit den sich verändernden pädagogischen Vorstellungen und sozialen Realitäten wird Schule immer wieder neu beschrieben. Die Ausstellung soll zeigen, wie sich das Bild vom Spannungsfeld Schule in der Kinder- und Jugendliteratur verändert hat und welche Bilder zwischen Realismus und Phantastik, Desillusion und Utopie gezeichnet werden.

Die Ausstellung soll  in unterschiedlicher Form Einblicke in die literarirsche Schulszene ermöglichen. Schlüsselwerke liegen zur Ansicht und Lektüre aus. Textauszüge werden vergrößert gezeigt und hörbar gemacht. Buchillustrationen und Standbilder aus Verfilmungen veranschaulichen die dargestellten Konflikte. Künstlerische Installationen, die voraussichtlich mit stilisierten Schul-Requisiten arbeiten, interpretieren ausgewählt Werke.

Vier Schwerpunkte, denen jeweils bestimmte historische Stationen oder thematische Aspekte zugeordnet werden:

1 Autoritätskonflikte: Mögliche Stationen wären Strafe und Gehorsam. Bezweiflung und Rechtfertigung von Lehrerautorität. Antiautoritäre Experimente. Heutige Lehrer: Autorität durch Vereinbarung?

2. Schule als "pädagogische Insel", als Modell. Einerseits - anschießend an den ersten Punkt: Autoritätskonflikte bzw. -kritik. Die Schul- und Internatswelt als Bild für autoritative, repressive Systeme, andererseits als utopisches Modell: Schule als Vorbild der Reformgesellschaft - dies ließe sich fortführen etwa mit Blick auf die weitere Entwicklung der Internatsgeschichte, auch in der phantastischen KJL (etwa Harry Potter). 

 3. Konflikte zwischen Schülern: Mögliche Aspekte wären Gruppenkonflikte, Geschlechterkonflikte, Machtkämpfe, Ausgrenzung, Mobbing. Modelle der Konfliklösung, Freundschaft und Solidarität.

4. Innere Konflikte von Schülern: Hier kann es Überschneidungen mit den Stationen und Aspekten der beiden anderen Schwerpunkte geben, da innere Konflikte wie Schulängst, Rollenkonflikte und Entwicklungskrisen meist mit äußeren Konfliken verbunden sind.

Eine Beschränkung auf bestimmte Schulstufen und Schularten ist derzeit nicht geplant. Folglich kann das Spektrum der ausgewählten Werke breit sein. Neben Kinder- und Jugendromanen können auch Bilderbücher vertreten sein, mit denen Vorschulkinder an das Konfliktfeld Schule herangeführt werden, sowie Erzählungen für das erste Lesealter. Auch Theaterstücke über Schulkonflikte mit Szenenfotos der Aufführung oder Filmstills sind als Exponate denkbar.

Ein Katalog ist zu den Schwerpunkten, Stationen und Aspekten der Ausstellung erschienen. Einige Aufsätze von Kinder- und Jugendliteratur-Experten enthalten annotierte Auswahlbibliografien der Primärliteratur.

Thomas Zabka
(Leiter des Organisationsteams und Professor für germanistische
Literaturdidaktik an der Carl von Ossietzky-Universität Oldenburg)

 thomas.zabka@uni-oldenburg.de


Rückschau: KIBUM-Begleitausstellung November 2007

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Rückschau 2007: Verborgene Kindheiten
Emotionale und soziale Probleme in der Kinderliteratur

in Zusammenarbeit mit UNICEF, Deutschland

In der Ausstellung "Verborgene Kindheiten" werden die Defizite kindlicher Sozialisation thematisiert, die sich unmittelbar vor unserer eigenen Haustür zeigen und lange Zeit übersehen wurden: fehlende emotionale Nähe und Kontakte, mangelnde Betreuung, Einsamkeit, Ausgrenzung, Kinderarmut und Gewalt. Diese Probleme hängen oft miteinander zusammen und haben häufig Perspektivlosigkeit in Sozialisation und Bildung der Kinder zur Folge. Welche Rolle spielen kinderliterarische Texte und Bilder bei der Sichtbarmachung und Bewältigung der hier genannten kindlichen Probleme? Welche Hilfestellung bieten sie Kindern? Kinderliteratur, so die These, kann aufgrund ihres fiktionalen und symbolischen Charakters auf eine besonders intensive Weise für schwierige Themen sensibilisieren, bei betroffenen und nicht betroffenen Lesern und Betrachtern. Kinderliteratur erweist sich als ein sehr eindringliches Medium, das den Finger auf die Wunde legt, Identifikation ermöglicht und Distanz zulässt. Zu folgenden Themen  werden Bilder- und Kinderbücher, Märchen und Klassiker in der Ausstellung befragt, wobei der Schwerpunkt auf der Gegenwartsliteratur liegt:
  • Einsamkeit und Ausgrenzung
  • Emotionale Vernachlässigung in unterschiedlichen sozialen Milieus
  • Gewalt und sexueller Missbrauch
  • Kinderarmut

Die Auseinandersetzung mit Problemen wie Vernachlässigung, Gewalt und Missbrauch verlangt auch den kritischen Blick zwischen Kinderlitratur und sozialen Realitäten. Daher sollen ergänzend zu einer literarischen und bildnerischen Ebene fotografische und textliche Kommentare und Dokumente zu den jeweiligen Themenbereichen geliefert werden, die das Verhälntis zwischen den fiktionalen Erzählungen und Bildern und den realen sozialen und politischen Gegebenheiten heutiger Kindheit sichtbar machen. Die drei Ebenen sollen sich zueinander spannungsvoll und widersprüchlich verhalten, um einen differenzierten und kritischen Blick auf die sensiblen Thematiken zu ermöglichen.

Die Ausstellung richtet sich sowohl an Kinder ab 6 Jahren als auch an Erwachsene und wird nach der Präsentation in Oldenburg auch an anderen Orten zu sehen sein (Berlin, München, Hamburg, Troisdorf). Anfragen zur Übernahme können an die Forschungsstelle gerichtet werden.

Zur Ausstellung wird eine wissenschaftliche Begleitpublikation erscheinen. Die Beiträge werden sich neben Basisartikeln mit genaueren Analysen der Themenbereiche befassen. 

Jens Thiele, Sabine Wallach